Sonntag , 08.12.2019

Dieser Beitrag zeigt eine mögliche Antwort auf die Frage, warum jemand trotz hervorragender Noten und diverser Vorstellungsgespräche keinen Job findet oder trotz bester Leistungen im Job auf der Karriereleiter nicht weiterkommt.

Studien der Harvard Business School belegen, dass 80 % unserer Wirkung, die wir auf andere machen, non-verbaler Natur sind (Mimik, Gestik und Körperhaltung). Die Wissenschaftler haben ferner errechnet, dass in einem dreißig minütigen Gespräch 400.000 (!) Zeichen ausgetauscht werden. Diese non-verbale Kommunikation macht unser Charisma aus.

Macht eine Person mit Charisma eine Aussage, wird diese eher wahrgenommen, als die einer Person ohne Charisma, obwohl die Aussagen deckungsgleich sind. Die freudige Nachricht: Charisma kann man erlernen. Dabei ist es wichtig zu verstehen, was Charisma ausmacht: Authentizität. Menschen mit Charisma sind authentische Menschen (z.B. Stefan Effenberg, Dieter Bohlen oder Klaus Esser).

Viele Menschen versuchen sich Verhaltensweisen in teuren Seminaren anzutrainieren, um möglichst charismatisch zu wirken. Das kann fatale Folgen haben. Passen Botschaft und Botschafter nicht zusammen, so wird das Bild unstimmig und das Gegenteil des gewünschten Effekts wird erreicht.

Nun seien nicht alle Rhetoriktrainer und Erfolgs-Gurus als Scharlatane bezeichnet, aber: Ob der o.g. Anzahl non-verbaler Zeichen sei in Abrede gestellt, dass Charisma mittels Verhaltensweisen (Rhetorik, Körpersprache) tatsächlich antrainiert werden kann. Vielmehr machen Seminare Sinn, welche dem Einzelnen helfen, zu sich selbst zu finden, um authentisch Wirken zu können.

Denn der Schlüssel zum Erfolg kommt - wie die Schönheit - von Innen. Selbstrefflektion und -akzeptanz sind die entscheidenden Merkmale.Wissen wer man ist, was man kann und was man will ist die halbe Miete - die aufrechte Körperhaltung und eine lebhafte Mimik kommen dann von ganz alleine.

Wer zu seinen Mitmenschen ehrlich und natürlich ist - Klartext redet - kann weiter Punkten. Dabei sollte das gebotene Fingerspitzengefühl nicht vergessen werden und nicht auf den Gefühlen seiner Mitmenschen "herumgetrampelt" werden. Dann mag der "Trampel" vielleicht immer noch Charisma haben, aber wird trotzdem von vielen nicht gemocht (der "Dieter Bohlen-Effekt").

Die weiteren Erfolgskomponenten sind einfach. Charisma erfordert, dass man sich ein Ziel setzt, für welches man sich begeistern kann. Wer sich selbst nicht mit einer Aufgabenstellung oder Herausforderung identifizieren kann, welche er verkaufen oder meistern will, wird regelmäßig nicht authentisch wirken und damit auch kein Charisma entfalten können.

Ein wesentlicher Punkt der dem Charisma einen Mehrwert verlieht, ist das Interesse für den Anderen. Durch Zuhören und Fragen an den Gegenüber fühlt sich dieser ernstgenommen und erhöht dadurch unsere Wirkung auf ihn. Wenn dieser Effekt nun noch mit einem freundlichen und natürlichen Lächeln abgerundet werden kann, ist der Erfolg fast sicher. Aber Vorsicht: Das Lächeln muß von Innen kommen! Ein aufgesetztes Lächeln (was immer auffällt) wird schnell zum Bumerang und trägt zur entgegengesetzten Wirkung bei.

Ein letzter Punkt, den es hier zu erwähnen gilt, sind die kleinen Fehler. Der Mensch gewinnt an Ausstrahlung, wenn er nicht perfekt ist. Kleine Fehler, zu denen er steht, machen ihn sympathisch. Gerade im souveränen Umgang mit Fehlern könnten leicht Punkte erzielt werden.

Was lernen wir daraus? Beim nächsten Vorstellungsgespräch einfach mal "man selbst" sein. Einfach den Versuch zu unterlassen, zu erahnen, was die Gegenseite erwarten könnte und sich dann in irgendein Korsett zu zwingen. Das könnte schon hilfreich sein. Viel Erfolg!

 

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